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Städel zeigt Matisse und Bonnard erstmals gemeinsam in Deutschland.

Sie sind beide herausragende Protagonisten der Klassischen Moderne: Henri Matisse und Pierre Bonnard. Doch ist der Bekanntheitsgrad der von nicht wenigen Kritikern als überragende Wegbereiter der Moderne bezeichneten Maler in Deutschland sehr unterschiedlich. Während Matisse bekannt und beliebt ist, wird Bonnard von den Deutschen längst nicht die Wertschätzung entgegengebracht, die er in Frankreich genießt und die er nach Ansicht von Felix Krämer und Daniel Zamani, Kuratoren am Städel Museum in Frankfurt, verdient.

Die beiden Kunstexperten verantworten die neueste Ausstellung des Städel Museums, die jetzt unter dem Titel „Es lebe die Malerei!“ eröffnet wurde. 120 Gemälde, Plastiken, Zeichnungen und Grafiken geben Zeugnis vom Schaffen der beiden Künstler Matisse und Bonnard, die eine jahrzehntelange Freundschaft verband. Sie widmeten sich oft den gleichen Sujets – Interieur, Stillleben, Landschaft und weiblicher Akt – und tauschten sich über ihre Kunst aus. Ergänzt wird die Werkauswahl durch eine Reihe von Fotografien, die der französische Fotograf Henri Cartier-Bresson in den Landhäusern der Künstler an der französischen Riviera aufgenommen hat.

Der Impuls zur Ausstellung ist nach Angaben Felix Krämers von zwei Werken der Maler ausgegangen, die das Städel Museum in seinem Besitz hat: Matisses „Blumen und Keramik“ und Bonnards „Liegender Akt auf weißblau kariertem Grund“. Dazu komme, dass im Oktober der 150. Geburtstag Bonnards anstehe.

Zur Ausstellung steht im Internet wieder ein multimediales „Digitorial“ zur Verfügung, in dem Interessierte einen facettenreichen Einblick in die zentralen Themen der Ausstellung erhalten und viele der gezeigten Bilder anschauen können https://matissebonnard.staedelmuseum.de.

Dazu kommt ein umfangreiches Rahmenprogramm, das einstündige Führungen an allen Tagen, Abendführungen unter speziellen Themenstellungen und einen Atelierkurs umfasst. Am 7. Oktober können Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen an einer Führung mit ausführlicher Bildbeschreibung teilnehmen. Am 14. Oktober gibt es eine Führung mit Gebärdensprachdolmetscherin.

Auch für Kinder und Familien gibt es spezielle Angebote. Weitere ausführliche Informationen auf der Webseite www.staedelmuseum.de

Der Eintritt kostet 14 Euro, an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen 16 Euro. Die Ausstellung dauert bis zum 14. Januar 2018