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Bei längerer Dauer einer Fixierung muss allerdings ein Richter angerufen werden

Die Fixierung (Fesselung) von psychisch kranken Menschen ist nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts möglich, aber für einen längeren Zeitraum nur mit richterlicher Genehmigung erlaubt. Wenn die Fixierung an Armen, Beinen und Bauch, manchmal zusätzlich an Brust und Stirn, länger als eine halbe Stunde andauert, reiche eine ärztliche Anordnung nicht mehr aus, sagte das Gericht. Sie müsse dann von einem Richter genehmigt werden. Ärzte ordnen eine Fixierung etwa an, wenn ein Mensch sich selbst oder andere gefährdet oder wenn Suizidgefahr besteht. Fixierungen kommen auch außerhalb der Psychiatrie vor, etwa bei demenzkranken alten Menschen. Dort sind sie ausschließlich mit richterlicher Genehmigung gestattet. Es ist allerdings umstritten, ob eine Fixierung in solchen Fällen nötig ist und nicht durch andere Maßnahmen wie besondere Zuwendung, Beschäftigung und bessere Aufsicht ersetzt werden kann.