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Es macht das Leben leichter, wenn einfache Verrichtungen im Haushalt nicht zum Kraftakt werden. Einige dieser Haushaltsgeräte der besonderen Art und Links zur Internetrecherche finden Sie hier.

Es sind nicht immer die großen Umbauten oder die moderne Computertechnologie, die alten Menschen dabei helfen können, trotz körperlicher Einschränkungen den Alltag alleine zu bewältigen. Auch kleine „Helfer“ sorgen dafür, dass es etwa beim Schneiden mit gichtgeplagten Händen nicht zu Verletzungen kommt, dass man beim Duschen nicht ausrutscht oder das Aufschließen der Haustür nicht zum Kraftakt gerät.

Schneiden

Messer im Haushalt bergen ein großes Verletzungsrisiko. Vor allem, wenn die Hände nicht mehr genügend Kraft haben oder die Beweglichkeit nachgelassen hat. In vielen Variationen sind inzwischen Messer auf dem Markt, mit denen man gefahrfrei auch Brot schneiden kann.  Sie haben in der Regel eine abgewinkelte Klinge und einen Griff, den man – wie bei einer Säge – mit der Faust umschließen kann. Dann „sägt“ sich das Brot ganz einfach. Und wenn es Mühe macht, den Brotlaib, das Brötchen oder die Wurst mit der anderen Hand festzuhalten, bietet sich ein Schneidebrett mit Besonderheiten an: So gibt es Schneidebretter, in denen kleine Aluminiumnägel  eingelassen sind, die das Schneidegut festhalten. Manche verfügen auch über eine Klemmvorrichtung,  in die man etwa eine Wurst oder ein großes Stück Käse einspannen und dann schneiden kann.

Für Brötchen oder Croissants gibt es praktische Schneideboxen, in die das Gebäck eingelegt wird. Dann schließt man die Box und zieht ein darin eingebautes Messer durch, ohne dass die haltende Hand von der Schneide verletzt werden kann. Der Behälter dient auch gleich als Auffanghilfe für die Krümel.

Nicht immer müssen es Spezialgeräte sein, die weiterhelfen. Ein Rollmesser, wie es die Pizzabäcker verwenden, ermöglicht es, auch bei nachlassender Kraft etwa Teigplatten oder Brotscheiben zu schneiden.

Essen

Die Schwierigkeit, etwas fest zu greifen, oder schmale Griffe sicher zuhalten, kann auch beim Essen auftauchen. Dafür sind unterschiedliche Essbestecke im Handel, die beispielsweise dicke, rutschfeste Griffe haben, die nicht so leicht aus der Hand rutschen. Es gibt auch abgewinkelte Besteckteile, die es leichter machen, die Speisen zum Mund zu führen, wenn etwa Schulter- und Ellenbogengelenke unbeweglich geworden sind.

Nicht immer ist eine Neuanschaffung nötig. Hilfreich beim Essen kann es auch sein, einen tiefen Suppenteller oder eine Müslischale zu benutzen. Das Essen kann, wenn etwa nur eine Hand benutzt werden kann, nicht gleich über den Rand rutschen.

Aufschließen

Da steht man vor der Tür und hat den Schlüssel in der Hand. Viele Menschen führen schon längst eine kleine Taschenlampe – oft als Schlüsselanhänger – mit hellen Led-Leuchten mit sich, um das Schlüsselloch zu finden. Was aber, wenn dann die Kraft nicht reicht, den kleinen Schlüssel auch im Schloss zu drehen? Auch hier gibt es einfache Hilfsmittel: Eine aufsteckbare und der Hand angepasste Verlängerung aus rutschfestem Material kann das Aufschließen erleichtern.

Sehen, Lesen und Schreiben

Hilfe für den Ausgleich schwächer werdender Augen müssen nicht immer nur Brillen sein. Eine Leselupe, etwa mit Beleuchtung, tut gute Dienste. Aber auch eine Folienlupe, die flach auf die Zeitungsseite gelegt werden kann, und es ermöglicht, mehrere Zeilen mit einem Blick zu erfassen, ist hilfreich. Auch aufstellbare Tischlupen oder Vergrößerungsschirme für den Fernsehschirm gibt es.

Nicht immer ist es eine Augenschwäche, die das Lesen schwer macht. Wenn etwa Hände oder Arme nur eingeschränkt bewegungsfähig sind, lässt sich ein Buch nur mühsam halten und umblättern. Für solche Fälle gibt es Buchhalterungen, die auch am Bett angebracht werden können. Eine Prismenbrille kann das Lesen im Liegen erleichtern. Sie lässt die Bilder in einem anderen Winkel aufs Auge treffen, so dass man auch in flacher Rückenlage lesen kann.

Nachlassende Muskelkraft, gichtbedingte Veränderungen an den Händen und Koordinationsprobleme können das Schreiben schwer bis unmöglich machen. Manchmal hilft schon ein extradicker Kugelschreiber oder ein aufsteckbarer Griff aus rutschfestem Kunststoff, dass Briefeschreiben wieder leichter wird. Ist die Handkoordination gestört, unterstützt eine Schreibhilfe, in die das Schreibgerät eingespannt wird. Die Hand liegt auf einer geneigten Auflage und kann so Bleistift oder Kugelschreiber führen.

Dies sind nur einige Beispiel für die große Hilfe, die kleine Geräte bieten können.

Eine große Zahl von Herstellern und Händlern verkauft solche Hilfen. Wer sich dafür interessiert, kann im Internet recherchieren. Das kostet ein bisschen Mühe und vor allem Zeit. Aber es lohnt sich, denn vieles wird von unterschiedlichen Herstellern auf unterschiedlichen Internetseiten angeboten. Und manchmal finden sich nützliche Alltagshelfer auch bei „ganz normalen“ Versandhändlern oder bei Anbietern von Elektroartikeln oder Computerzubehör, wo sich zum Beispiel hilfreiche Lupenleuchten finden.

Neben dem Internetportal Rehadat (Betreiber: Institut der deutschen Wirtschaft, gefördert vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales), das Auskunft darüber gibt, wie man an die gewünschten Hilfsmittel kommt und wie sich die Finanzierung darstellt (www.rehadat.de), finden sich zahlreiche kommerzielle Anbieter im Netz. Einige werden in der Folge genannt. Die Senioren Zeitschrift spricht damit weder Empfehlungen aus noch hat sie die einzelnen Produkte getestet.