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Mütterrente und Erwerbsminderungsrente werden ausgeweitet

Wie in den vergangenen Jahren traten im Januar 2019 wieder Veränderungen in der gesetzlichen Rentenversicherung in Kraft. So wurde die Mütterrente ausgeweitet, bei der für jedes vor 1992 geborene Kind statt wie bisher zwei Jahre, nun zweieinhalb Jahre angerechnet werden. Für die bundesweit rund zehn Millionen Mütter und Väter erhöht sich damit pro Kind die Rente monatlich um bis zu 16 Euro. Dies geschieht automatisch, wer neu in Rente geht, erhält die erweiterte Mütterrente ohnehin von der ersten Rentenzahlung an. Adoptiv- und Pflegeeltern, die Mütterrente beanspruchen, müssen allerdings einen Antrag stellen. Die Deutsche Rentenversicherung Bund stellte zudem sicher, dass das Rentenniveau bis 2025 nicht unter 48 Prozent sinken und der Beitragssatz nicht über 20 Prozent steigen wird. Letzterer wurde für 2019 auf 18,6 Prozent festgelegt, wo er voraussichtlich bis 2025 verharrt.

Für eine Entlastung sorgt der in Berlin ansässige Rentenversicherungsträger hinsichtlich der Zusatzbeiträge zur Krankenversicherung. Wurde bei Rentenbeziehern in der Vergangenheit bereits die Hälfte des allgemeinen Krankenversicherungsbeitrags übernommen, trifft dies nun auch für den sogenannten „krankenkassenindividuellen Zusatzbeitrag“ zu, den Rentnerinnen und Rentner bislang alleine zu schultern hatten.

Über mehr Geld im Portemonnaie können sich überdies die Bezieher einer Erwerbsminderungsrente freuen. Veränderte Zurechnungszeiten stellen sie jetzt so, als hätten sie mit ihrem bisherigen durchschnittlichen Einkommen weitergearbeitet und Beiträge gezahlt. Für Versicherte, deren Erwerbsminderungsrente erstmals im Januar 2019 beginnt, endet die Zurechnungszeit künftig mit 65 Jahren und acht Monaten. Bei einem Rentenbeginn ab Januar 2020 verlängert sie sich bis 2031 schrittweise auf einen Rentenbeginn mit 67 Jahren. Die veränderte Bemessung der Zurechnungszeit deckt sich mit dem sich generell erhöhenden Renteneintrittsalter, das 2019 auf 65 Jahre und acht Monate und dann sukzessive bis 2031 auf 67 Jahre steigt.

Eine weitere Neuerung in der gesetzlichen Rentenversicherung ist die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze um drei Prozent. In den alten Bundesländern steigt der Höchstbetrag des Arbeitseinkommens, nach dem  sich der Rentenversicherungsbeitrag bemisst, von monatlich 6.500 auf 6.700 Euro, in den neuen Bundesländern von 5.800 auf 6.150 Euro. Für darüber hinausgehendes Einkommen sind keine Beiträge zu zahlen. Zudem hat sich für Rentnerinnen und Rentner der Beitragssatz der sozialen Pflegeversicherung um 0,5 Prozentpunkte erhöht, müssen Neurentner ab diesem Jahr nun 78 Prozent ihrer Rentenbezüge versteuern. 2040 werden die Renten dann zu 100 Prozent steuerpflichtig sein.

Im Juli nimmt die Deutsche Rentenversicherung Bund wieder ihre alljährliche Rentenanpassung vor. Die endgültigen Zahlen stehen zwar erst im Frühjahr fest, doch können nach Einschätzung des Rentenversicherungsträgers Rentnerinnen und Rentner mit einer Erhöhung um etwa drei Prozentpunkte rechnen. Diese Anhebung gilt für Altersrente, Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenrente, gesetzliche Unfallrente und für die Renten der Landwirte aus der landwirtschaftlichen Rentenkasse gleichermaßen.

Doris Stickler

Mehr Infos: www.deutsche-rentenversicherung.de