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Team der Ideenschmiede auf der Suche nach Anregungen für Arbeitslose

Wieviel Geld werde ich im Alter haben? Wie lässt sich die Lebensqualität verbessern, trotz geringer Ressourcen? Das ökumenische Team der Ideenschmiede wählte im Oktober das Motto „Altwerden ist nichts für Feiglinge“ und forderte auf zum „Realitäts-Check für Mutige“.

Gast an diesem Abend war Uli Barth von der Kommune Niederkaufungen. In der nordhessischen Gemeinschaft leben 55 Erwachsene und 21 Kinder bzw. Jugendliche. Das Projekt versteht sich „als lebendiges Experiment eines alternativen Lebensstils. Wir möchten ohne Hierarchie solidarischer und ökologisch nachhaltiger miteinander leben und arbeiten lernen“. Barth ist einer der Gründer der Gemeinschaft, die nicht nur gemeinschaftlich wohnt, sondern auch eine gemeinsame Ökonomie praktiziert: „Alles aus einem Topf.“ Der 65-Jährige lebt seit 33 Jahren in dem alternativen Projekt und gibt zu, dass das Zusammenleben natürlich nicht ohne Ärger und Frust ablaufe: „Aber ich habe noch nicht gezweifelt und sehe für mich keine bessere Alternative.“ Barth, der zwei Kinder und drei Enkel hat, beschäftigt sich unter anderem mit der internen Altersvorsorge der Kommune.

Die vergangenen Jahre hätten jedoch auch gezeigt, dass die Lebensform, die in Niederkaufungen realisiert wurde, nicht für jeden geeignet ist. Einige Personen haben zum Beispiel das Projekt wieder verlassen. Dennoch kann es Anregungen liefern, denn gemeinschaftliches Wohnen wird auch in der Frankfurter Diskussionsrunde als mögliche Alternative für das eigene Leben gesehen. „Man muss bereit sein für den Neuanfang“, heißt es von den vier Frauen und sechs Männern, die eine Reihe von Anregungen zusammentragen, die dabei helfen können, in Kontakt zu kommen – vom Wandern und Sport bis zum gemeinsamen Gärtnern und Kochen.

Der Austausch von Tipps ist ein Anliegen des Teams der Ideenschmiede, das in Anlehnung an einen Songtitel von Udo Lindenberg das Motto „Hinterm Horizont geht es weiter…“ für die gesamte Veranstaltungsreihe gewählt hat. Ansprechen möchte es Erwerbslose, die ihre Lebenssituation verbessern und sich vernetzen wollen, unter anderem, um über den politischen Rahmen zu diskutieren, mit dem sie sich auseinandersetzen müssen. Es gehe darum, andere Leute in ähnlicher Situation kennenzulernen.

Die Treffen finden sechs Mal im Jahr zu unterschiedlichen Themen statt, so geht es beispielsweise um den konstruktiven Umgang mit Konflikten. Motto: „Wenn die Fetzen fliegen …!“ Ein erfahrener Mediator trägt mit einfachen Übungen dazu bei, neues Verhalten auszuprobieren und zu verhindern, dass beim „nächsten Mal“ wieder die Konflikte eskalieren. Die eigene Position und die eigenen Gefühle konstruktiv einbringen können, dazu will der Abend einen Anstoß und Anregungen geben. Die kostenfreien Veranstaltungen finden statt im Haus der Volksarbeit, Eschenheimer Anlage 21.

Birgit Clemens

Weitere Informationen zu den Terminen 2020: Ute Schäfer, Katholische Erwachsenenbildung, Telefon 069 / 8 00 87 18-464, E-Mail: ute.schaefer@caritas-frankfurt.de