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Seit Anfang des Jahres gibt es neue Gesetze, die sich direkt auf den Geldbeutel auswirken

Grundrente, Freibetrag und Solidaritätszuschlag

Ab 2021 dürfen sich etwa 1,3 Millionen Senioren über eine sogenannte Grundrente freuen. Eigentlich handelt es sich um eine Art Zuschlag. Den bekommt, wer 35 Beitragsjahre aus Arbeit, Pflege oder Erziehung vorweisen kann, aber nur wenig verdient hat. Der maximale Zuschlag beträgt 418 Euro im Monat brutto. Schätzungen gehen davon aus, dass die meisten Zuzahlungen jedoch unter 100 Euro liegen werden. Den Zuschlag muss man nicht beantragen. Die Rentenversicherung berechnet ihn automatisch. Der Rentenfreibetrag für Neurentner sinkt um ein Prozent. Für diejenigen, die 2021 in Rente gehen, bleiben also nur noch 19 Prozent der ersten vollen Bruttojahresrente steuerfrei. Nach 30 Jahren entfällt außerdem nun der Solidaritätszuschlag. Nur wer im Jahr mehr als 16.956 Euro oder 33.912 Euro (für Paare) an Lohn- oder Einkommensteuer zahlt, muss die Abgabe noch leisten.

Heizen und Autofahren

Die Preise fürs Autofahren und Heizen werden steigen. Denn seit Januar ist die neue Co2-Steuer fällig, die jeder auf Benzin, Diesel, Heizöl und Gas zahlt. Das wird sich in den Preisen für diese fossilen Brennstoffe spiegeln: Es wird teurer, zu tanken und zu heizen.

Krankenkasse und Pauschbeträge bei Behinderung und Pflege

Versicherte in der gesetzlichen Krankenkasse zahlen seit Januar höhere Beiträge: Die Krankenkassen haben den Satz für den Zusatzbeitrag erhöht. Durchschnittlich steigt er um 0,2 Prozent auf 1,3 Prozent.

Verbesserungen gibt es bei den Behinderten-Pauschbeträgen und dem Pflege-Pauschbetrag. Einen Pauschbetrag kann der Steuerzahler von der Steuer absetzen, ohne dass das Finanzamt dafür Belege sehen will. Jetzt bekommt man ab einem Grad der Behinderung von mindestens 20 einen Pauschbetrag und eine Fahrtkostenpauschale. Abhängig vom jeweiligen Grad der Behinderung liegt der Pauschbetrag zwischen 384 und 2.840 Euro. Der erhöhte Behinderten-Pauschbetrag beträgt nun 7.400 Euro. Diesen erhalten Menschen, die blind sind, sowie Menschen, die als hilflos gelten (mit einem Merkzeichen „H“ im Schwerbehindertenausweis oder mit einer festgestellten Einstufung in Pflegegrad vier oder fünf). Der Pflege-Pauschbetrag steigt von 924 auf 1.800 Euro. Jetzt gibt es bereits ab Pflegegrad zwei einen Pauschbetrag. Bislang bekam man den Pflege-Pauschbetrag nur bei Schwerstpflegebedürftigkeit (Pflegegrad vier oder fünf). Seit Anfang 2021 kann man einen Pflege-Pauschbetrag von 600 Euro beziehungsweise 1.100 Euro für die Pflegegrade zwei und drei erhalten.

Claudia Sabic