Aktuelle Ausgabe zum Lesen  eye   zum Hören  ear
Schriftgröße  

Was zeichnet unsere Gesellschaft aus?

Wie werden wir künftig leben und arbeiten? Welche Aufgaben können Maschinen übernehmen? Wie kann man digital intelligenter produzieren und gleichzeitig Ressourcen schonen? Dies sind nur einige Fragen, denen der erste Frankfurter Zukunftskongress nachgegangen ist. Die Zoom-Konferenz wurde gemeinsam von der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) sowie der Kommunikationsberatung Mandelkern Marketing & Kommunikation ausgerichtet.

Das Motto der zweitägigen Veranstaltung lautete „Frische Ideen angewandt“. Mit Keynotes (Plenarvorträgen) des Philosophen Richard David Precht und der Neurowissenschaftlerin Franca Parianen sowie zwölf Denkräumen, die gemeinsam von Expertinnen und Experten der Frankfurt UAS sowie Vertreterinnen und Vertretern aus der Wirtschaft durchgeführt wurden, erhielten die Teilnehmenden neue Impulse für ihr Denken und Handeln im Hinblick auf die aktuellen Herausforderungen der Zukunft. Für die Hochschule war der Frankfurter Zukunftskongress das erste Highlight im Jubiläumsjahr, denn 2021 ist der 50. Geburtstag der Frankfurt UAS.

Der erste Kongresstag startete mit Vorträgen zu den Zukunftsthemen „Planet Erde“, „Digitalisierung“ und „New Work“, die von anschließenden Talkrunden mit Menschen aus der Praxis begleitet wurden. Die knapp 600 Teilnehmenden hatten die Möglichkeit, neue Impulse aus der Philosophie sowie der Neurowissenschaft zu gewinnen und von erfolgreichen Beispielen anderer Unternehmen zu lernen. „Wir kommen jetzt in ein zweites Maschinenzeitalter“, erläuterte Richard David Precht in seiner ersten Keynote: „Wir starten einen neuen Einstieg in die Frage, was unsere Gesellschaft eigentlich ist und was sie auszeichnet.“ Franca Parianen ergänzte: „Unsere ganze Entwicklung baut eigentlich darauf, dass wir zusammenarbeiten und Wissen teilen. Problematisch ist es, wenn einer nicht mehr teilt.“

In zwölf „Denkräumen“ wurde die Diskussion am zweiten Tag fortgesetzt. Es wurden nicht nur neue Ideen vorgestellt, sondern auch darüber diskutiert, wie das Leben und Arbeiten entlang der drei Themenschwerpunkte des Kongresses gestaltet werden kann. „Als Wissenschaftlerin und Forscherin ist es mir wichtig, dass unsere Forschungsergebnisse, wo sie benötigt werden, ankommen, dass ein Mehrwert entsteht und wir die Zukunft dadurch verbessern“, so Prof. Dr. Martina Klärle, Vizepräsidentin für Forschung, Weiterbildung, Transfer der Frankfurt UAS. Sie moderierte den ersten Kongresstag gemeinsam mit Anne Chebu, Journalistin und TV-Moderatorin.

Precht wie Parianen sind es gewohnt, vor großem Publikum zu sprechen. Beim Zukunftskongress war ihr Gegenüber die Kamera, auf den Beifall des Auditoriums mussten sie verzichten. Trotzdem fällt das Urteil positiv aus. „Der Zukunftskongress hatte eine angenehme Balance zwischen Theorie und Praxis. Oft gibt es so viele theoretische, utopische Hirngespinste, die sich sehr schwer erden lassen – hier wurden die Brücken hingegen sehr gut geschlagen“, betonte Precht am Ende der Veranstaltung. „Die Idee, dass eine Krise auch die Möglichkeit bedeutet, das Fundament des Denkens noch einmal zu hinterfragen, ist das, was ich vom Frankfurter Zukunftskongress mitnehme. Ich habe viele Anreize bekommen, positive Visionen, für die es sich wieder lohnt, zu arbeiten und aus der Defensive herauszukommen“, so das Fazit der Neurowissenschaftlerin Parianen.

„Der erste Frankfurter Zukunftskongress war ein voller Erfolg, an den wir im kommenden Jahr anknüpfen wollen“, resümierte auch Prof. Dr. Frank E.P. Dievernich, Präsident der Frankfurt  UAS. Der Termin steht auch schon fest: 22. März 2022.

Birgit Clemens