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Gesundheitsamt informiert über Schutzmaßnahmen für Senioren

Das neue Coronavirus hat seit Anfang 2020 einen Teil der Bevölkerung in Deutschland infiziert. Der Erreger hat sich in Deutschland zunächst rasch ausgebreitet. Mit den Maßnahmen der Bundesregierung zur Reduzierung der Kontakte versuchte der Gesetzgeber die Ausbreitung der Erkrankung zu verlangsamen, insbesondere um das Gesundheitssystem funktionsfähig zu erhalten. 

Coronaviren verursachen beim Menschen verschiedene Krankheiten, von gewöhnlichen Erkältungen bis hin zu ernst verlaufenden Krankheiten wie COVID-19 (englisch für Corona Virus Infectious Disease).  Das neuartige Coronavirus heißt SARS-CoV-2 (Severe Acute Respiratory Syndrome – Coronavirus 2).

Die meisten Erkrankungen verliefen mild und viele Menschen sind inzwischen wieder vollkommen gesund.

Mit zunehmendem Lebensalter steigt jedoch das Risiko für einen ernsten Krankheitsverlauf an. Bedingt durch das weniger gut reagierende Immunsystem  und schwächer ausgeprägte Symptome wie Fieber suchen ältere Menschen häufig erst später einen Arzt auf.

Daher ist es für Senioren besonders wichtig zu wissen, wie sie sich verhalten sollen, um die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung an COVID-19 zu reduzieren. Hierzu gehören einerseits Pflegebedürftige, aber auch viele Menschen, die bereits Krisen und Schwierigkeiten gemeistert haben und verantwortlich mit ihrer Gesundheit umzugehen wissen.

Übertragungsweg und Krankheit

Sars-Cov-2 wird als Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch weitergegeben. Diese Tröpfchen entstehen vor allem beim Sprechen, Niesen oder Husten. Auch eine Kontakt- oder Schmierinfektion über Gegenstände wie Türklinken kommt in Betracht, spielt aber voraussichtlich keine große Rolle.

Die Krankheitsverläufe der Covid-19-Erkrankung sind vielfältig und variieren stark. Zu den Symptomen gehören insbesondere Fieber und ein trockener Husten, Abgeschlagenheit, Glieder-, Hals- und Kopfschmerzen sowie eine Kurzatmigkeit. Einige Patienten berichten auch von einer Einschränkung des Geschmacks- und Geruchsinnes oder leiden an Durchfall.

Jeder Hausarzt und jedes Krankenhaus sind verpflichtet, Covid-19-Patienten zu behandeln. Dazu melden sollen Betroffene sich im Verdachtsfall beim Hausarzt oder  dem ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117 zunächst telefonisch anmelden, damit Verdachtsfälle von anderen Patienten getrennt untersucht werden können. Patienten, die nur leicht erkrankt sind, müssen nicht zwangsläufig in ein Krankenhaus aufgenommen werden, sondern können zu Hause isoliert und behandelt werden.

Besonders gefährdet an Covid-19 zu erkranken sind die sogenannten Risikogruppen. Hierzu zählen Patienten mit Vorerkrankungen wie Diabetes mellitus, Herz-Kreislauferkrankungen, chronischen Atemwegserkrankungen sowie Patienten, deren Immunsystem geschwächt ist.

Die Erkenntnisse über Covid-19 wachsen noch, es gilt aber als wahrscheinlich, dass die Erkrankung zumindest eine vorübergehende Immunität hinterlässt.

Leben mit COVID-19 für Senioren

Zur Vorbeugung gelten in Hessen folgende Regeln der Landesregierung:

  • Kontaktregeln im öffentlichen Raum: Gehen Sie alleine oder mit höchstens einer anderen Person und halten Sie einen Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Menschen ein.
  • Zum Tragen von Schutzmasken in der Öffentlichkeit informieren Sie sich über die aktuellen Regelungen (siehe unten). Unbedingt zu empfehlen ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im Falle eines erkrankten Familienmitglieds.
  • Zur Begrüßung ein Lächeln, aber kein Händeschütteln und keine Umarmungen.
  • Augen, Nase und Mund sollten nicht mit den Händen berührt werden.
  • Regelmäßiges Händewaschen mit Wasser und Seife für 30 Sekunden.
  • Hygienisches Husten in die Armbeuge.
  • Einmal-Taschentücher verwenden und diese in einem Mülleimer entsorgen.
  • Räume sollten regelmäßig gelüftet werden.
  • Senioren und Seniorinnen ab 60 Jahren sollten nach Möglichkeit zuhause zu bleiben. Von Besuchen bei älteren Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen wird derzeit abgeraten. Alten- und Pflegeheime verfolgen zum Schutz ihrer Bewohner oft sehr strenge Besuchsregeln.
  • Meiden Sie vorläufig den direkten Kontakt zu Enkelkindern, weil diese auch bei leichten oder fehlenden Symptomen ansteckend sein könnten.
  • Das Robert-Koch- Institut (RKI) empfiehlt darüber hinaus vor allem alten und immunsupprimierten Patienten sich gegen Grippe, Keuchhusten und Pneumokokken impfen zu lassen, da diese Erkrankungen auch schwere Lungenentzündungen hervorrufen können.
  • Öffnen Sie keiner unbekannten Person die Haustür, die sich als Mitarbeiter oder Mitarbeiterin des Gesundheitsamtes ausgibt oder Ihnen unangekündigt einen Test anbietet. Es kann sich hierbei um Betrüger handeln. Bestellen Sie keine Hygieneartikel oder Schutzmasken bei Online-Shops, die sie nicht bereits kennen. Öffnen Sie keine Anhänge aus E-Mails, deren Absender Sie nicht kennen.

Hilfe und Angebote

  • Wenn Sie Medikamente benötigen rufen Sie zunächst in Ihrer Arztpraxis bzw. Ihrer Apotheke an. Oft ist es möglich, Medikamente per Telefon oder im Internet zu bestellen.
  • Nehmen Sie zudem Angebote für Einkäufe und Unterstützung durch Freunde und Familie oder Initiativen an. Diese können die Lebensmittel einfach vor Ihrer Tür abstellen.

Zur Vorbeugung ist es auch wichtig, weiterhin gesund zu leben:

  • Gerade wenn Sie keinen direkten Kontakt zu Personen haben dürfen, bleiben Sie mit Freunden und Familienangehörigen über Telefon, Internet oder andere Medien in Verbindung.
  • Nutzen Sie auch daheim Möglichkeiten, fit zu bleiben indem sie Sport treiben (z.B. mit einem Heimtrainer oder machen Sie einfache Gymnastikübungen) und achten Sie auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung.

Weitergehende Informationen

Die Hessische Landesregierung hat in den Räumen des Gesundheitsamtes in Frankfurt am Main eine Corona-Hotline eingerichtet. Unter der Telefonnummer 0800 / 5 55 46 66 können Sie sich täglich von 8 bis 20 Uhr zu medizinischen Fragen beraten lassen. Hier kann in Notfällen auch eine psychosoziale Hilfe gewährleistet werden.

Abschließend ist zu sagen, dass die Empfehlungen zu Sars-CoV-2 und Covid-19 nahezu täglichen Veränderungen unterliegen. Um sich über Neuigkeiten zu informieren, sind insbesondere die Internetseiten des Robert Koch Institutes, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sowie des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration zu empfehlen, die nahezu täglich aktualisiert werden.

Stand 27.04.2020, Quelle Gesundheitsamt Frankfurt