Aktuelle Ausgabe zum Lesen  eye    zum Hören  ear
Schriftgröße  

Mobile Geräte mit Notrufknopf können Menschen wiederfinden

GPS – Global Positioning System: Es bringt den Autofahrer (meistens) zuverlässig ans Ziel, es macht Spaß beim Geocaching (Schnitzeljagd per GPS), es überwacht als elektronische Fußfessel Verbrecher. Das Navigationssatellitensystem zur Positionsbestimmung kann viele nützliche Dinge. Es kann sogar dabei helfen, dass orientierungslose Menschen nicht verloren gehen. Seit 2011 wird ein solches Ortungssystem in stationären Einrichtungen des Frankfurter Verbands für Alten- und Behindertenhilfe dafür eingesetzt, Bewohner, die sich möglicherweise verlaufen haben, wiederzufinden. Als Armband getragen und durch eine richterliche Anordnung genehmigt, können alte Menschen, die sich nicht mehr orientieren können, sogar ein Stück mehr Freiraum gewinnen. Daher würden die Geräte von Betreuungsgerichten auch in der Regel genehmigt, sagt Frédéric Lauscher, Vorstandsvorsitzender des Verbands. Die Ortungsgeräte am Arm hätten sich bewährt und würden weiterhin eingesetzt.

Darüber hinaus haben sich  Ortungsgeräte ebenso außerhalb stationärer Einrichtungen und keineswegs nur bei Menschen mit demenziellen Erkrankungen etabliert. Gangunsicherheit, Epilepsie, Herzkrankheiten sind nur einige der Gründe, warum sich immer öfter Menschen freiwillig dafür entscheiden, per Satellit geortet werden zu können. „Eigentlich ist es ein erweiterter Hausnotruf“, sagt Frédéric Lauscher. Denn die Geräte verfügten über einen Notrufknopf, den der Betroffene auch selbst aktivieren könne. Inzwischen würden ganze Pakete angeboten, die umfangreiche zusätzliche Dienstleistungen anböten. „Das ist wichtig, denn ohne die Dienstleistung dahinter nutzt das Gerät nichts“, sagt Lauscher.

So sollte auf einen abgesetzten Notruf sofort eine Zentrale – wie etwa das Deutsche Rote Kreuz – Kontakt aufnehmen und notwendige Maßnahmen einleiten. Hilfreich ist es auch, wenn dort eine Krankenakte hinterlegt ist, aus der hervorgeht, welche Probleme eventuell vorliegen können und was die Person an Hilfe braucht.

Beispiel für so ein „Gesamtpaket“ ist das „Helpphone“, das es bei Baser International Service gibt. Für 42,50 Euro im Monat bietet das Düsseldorfer Unternehmen ein Handy mit SOS-Funktion, GPS und All-Net-Flatrate an. Darin enthalten ist außerdem ein sogenanntes „Care-Paket“, eine Versicherung, die zahlreiche Alltagshilfen im Krankheits-oder Pflegefall übernimmt (Einzelheiten sind im Vertrag geregelt). Für 19,90 Euro im Monat gibt es das Paket ohne Versicherungsleistung. Allerdings muss dann das Handy für 239 Euro erworben werden. Dazu kommen eine Bereitstellungsgebühr und Portokosten. Laufzeit der Verträge ist jeweils 24 Monate (www.helpphone.de).

Ähnliche Dienstleistungen haben auch andere Hausnotrufbetreiber im Programm. Die Leistungen nehmen Rücksicht darauf, dass alte Menschen heute oft noch sehr mobil sind und von daher mit einem Mobiltelefon besser bedient sind als mit einem Festnetzanschluss. wdl