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Bürgermeisterin Eskandari-Grünberg wünscht Frankfurter Muslim:innen einen gesegneten Ramadan.

Foto: Pexels/ Thirdman

Für die meisten Muslim:innen beginnt der Fastenmonat Ramadan in diesem Jahr am morgigen Donnerstag, 23. März. In Deutschland hat Frankfurt – prozentual gesehen – die größte muslimische Community aller deutschen Großstädte, geschätzt 120.000 Menschen.
Die Datierung des muslimischen Fastenmonats Ramadan hängt für einige Gemeinschaften von einer astronomischen Berechnung ab, für andere auch von der tatsächlichen Sichtung der Mondsichel. Daher kann der Beginn des Fastenmonats variieren, in manchen Regionen sogar um einige Tage – und damit auch für Menschen in Frankfurt am Main, je nachdem, woran sie sich selbst orientieren.
„Achtsamkeit und Reflexion des eigenen Handels sind zentrale Werte des Ramadans, und sie sind für uns alle von Bedeutung“, sagt Nargess Eskandari-Grünberg, Bürgermeisterin und Diversitätsdezernentin. „Mit ihrem Engagement in vielen Bereichen, wie aktuell in der Ukraine-Hilfe oder der Erdbebenhilfe für die Türkei und Syrien, erreicht die islamische Community viele Menschen in Frankfurt und weit darüber hinaus. Dafür möchte ich den Gemeinden, Vereinen, Initiativen und einzelnen Personen herzlich danken. Ich wünsche allen Frankfurter Musliminnen und Muslimen ein glückliches und gesegnetes Fest. Ramaḍān Karīm!“
Der Ramadan ist der neunte Monat im islamischen Kalender. Er erinnert an die Offenbarung des Korans: Gott sandte den Erzengel Gabriel zum Propheten Mohammed, um ihm die Heilige Schrift zu übermitteln. Im Ramadan verzichten Gläubige tagsüber auf Speisen und Getränke und beten mehrmals das Tarāwīh-Gebet. So reinigen sie sich von ihren Sünden und stärken ihre Verbindung zu Gott. Ramadan ist vor allem ein Fest der Gemeinschaft: Am Abend kommen Familien und Bekannte zum Fastenbrechen zusammen.
In Frankfurt treffen sich die Gläubigen auch in den über 50 Moscheegemeinden, die sich auf das gesamte Stadtgebiet verteilen. Sie sind verschiedener religiöser Prägung. Es gibt sunnitische und schiitische Gemeinden, alevitische Vereine und sufistisch geprägte Einrichtungen sowie die Gemeinschaft der Ahmadiyya. Zu den bekanntesten arabisch geprägten Moscheen gehört die Abu-Bakr-Moschee in Hausen. Darüber hinaus gibt es die Taqwa-Moschee im Gutleutviertel, die Tarik-Moschee im Gallus sowie Moscheen mit bosnischen, türkischen, pakistanischen, bengalischen, afghanischen, indonesischen, malaysischen oder westafrikanischen Bezügen.
Die Moscheegemeinden sind nicht nur Orte zur Ausübung religiöser Riten: Sie engagieren sich in der Gesundheitsvorsorge, bieten Sprachkurse, Nachhilfe, Jugendarbeit und Obdachlosenspeisungen an. Die Gemeinden nehmen aktiv am Nachbarschaftsleben teil und laden zu Festen ein – insbesondere während des Ramadans.
Erst vor kurzem hat sich ein muslimisch-sunnitischer Jugendverband – MSJ Frankfurt – gegründet und ist dem Jugendring beigetreten. In der Stadt gibt es die Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft, die mit ihrer Arbeit bundesweit Impulse setzt. Seit über zehn Jahren wird an der Goethe-Universität islamische Theologie gelehrt.
Höhepunkt und Abschluss des Ramadans bildet das dreitägige Fest des Fastenbrechens, das in diesem Jahr am Freitag, 21. April, beginnt. In dieser Zeit beschenken sich die Gläubigen und besuchen Verwandte und Freund:innen. Vor allem die Jüngeren ehren die Älteren mit Besuchen. Das Fest des Fastenbrechens zählt zusammen mit dem Opferfest zu den wichtigsten islamischen Feiertagen.